Frage:
Neues Deutschland-Online: Betrieb %26am Gewerkschaft - WortLaut - Alte Wahrheiten
Von Ralf Kr%26auml;mer
Letzte Woche hat das Statistische Bundesamt erste Zahlen f%26uuml;r das Jahr 2004 vorgelegt. Die Arbeitnehmerentgelte %26raquo tiege laquo; um 0,0 (!) Prozent. Gleichzeitig wuchsen Produktivit%26auml;t und Preise weiter an. Die Tariflohnerh%26ouml;hungen waren zu gering. Immer mehr Minijo und Niedrigl%26ouml;hne rei zlig;en nicht nur weitere L%26ouml;cher in die Sozialka en, sondern schw%26auml;chen auch die Kaufkraft. Millionenfach wurde Lohnverzicht erzwungen. Sieme , Opel oder Daimler waren nur die ektakul%26auml;rsten F%26auml;lle.
Glaubt man den Wirtschaftsvertretern und ihren Lo yisten in Wi e chaft und Politik, reicht das alles noch nicht. Weitere Loh enkungen seien notwendig, um die Wettbewer f%26auml;higkeit der deutschen Wirtschaft zu steigern.
Doch allm%26auml;hlich machen sie sich l%26auml;cherlich. 2004 war Deutschland erneut Exportweltmeister, es verkauft mehr G%26uuml;ter und Die tleistungen i Ausland als die USA oder Japan. Der %26Uuml erschu der Exporte %26uuml er die Importe erreichte mit 117 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Ein Zuwachs von 24 Milliarden Euro trotz h%26ouml;herer %26Ouml;lpreise und eines h%26ouml;heren Euro-Kurses, der deutsche Exporte verteuert. De och war das Wachstum schwach und blieb hinter dem der meisten anderen L%26auml der zur%26uuml;ck. Die Achillesferse der deutschen Wirtschaft ist eben nicht der Export, sondern die zu geringe Nachfrage im Inland. Diese eist sich aber ganz wesentlich aus L%26ouml;hnen und Geh%26auml;ltern. Schon seit %26uuml er zehn Jahren bleiben die Lohnzuw%26auml;chse in Deutschland erheblich hinter den anderen L%26auml dern zur%26uuml;ck. Trotzdem oder be er: deswegen ist ihr Wachstum st%26auml;rker und ihre Besch%26auml;ftigungsentwicklung be er als die deutsche.
Es wird Zeit, an eine alte Wahrheit zu eri ern: Die Besch%26auml;ftigten sind f%26uuml;r die Unternehmen nicht nur Kosten, sondern vor allem die Quelle ihre Profite. Sinkende L%26ouml;hne bedeuten f%26uuml;r sie steigende Gewi e. Diese haben ebenfalls einen neuen Rekord zu verzeichnen. Um elf Prozent stiegen die Einkommen der Unternehmen und Verm%26ouml;ge esitzer im Jahr 2004 an. F%26uuml;r je 100 Euro Lohnkosten schufen die Besch%26auml;ftigten in Deutschland f%26uuml;r ihre Arbeitgeber neuen Wert in h%26ouml;he von 171 Euro. Das sind drei Euro mehr als 2003 dash; und fast zwanzig Euro mehr als Anfang der 1980er Jahre. Noch nie haben die Unternehmer an ihren Besch%26auml;ftigten so viel Geld verdient wie 2004.
Aber i esondere die Konzerne kriegen den hals nicht voll. Da es den meisten Me chen und auch vielen kleineren Betrieben, die auf heimische Kaufkraft angewiesen sind, dabei immer schlechter geht, intere iert sie nicht.
Der Autor arbeitet im Bereich Wirtschaft olitik beim ver.di-Vorstand.
(ND 21.01.05)