Frage:
reie Pre e, Regionalausgabe Mittweida, vom 31. Mai 2006
"W%26auml;hlen zwischen 0 oder 5 Euro" - Lokale Vertreter aus Politik und Wirtschaft diskutieren Thema Niedriglohn - Rund 60 Zuh%26ouml;rer verfolgen Debatte
Von Katharina Leuoth
Mittweida. Nach einer halben Stunde wurde es lauter. "Womit soll de noch gekauft werden, we die Taschen leer sind?" fragte heidi Becherer vom DGB-Chemnitz mit erhobener Stimme in die Runde, aus der ihr zustimmendes Klatschen entgegen kam. Etwa 60 Zuh%26ouml;rer waren zu der Podiumsdisku ion am Montagabend in die Mittweidaer Brauerei gekommen, darunter auch Stadtr%26auml;te und der Beigeordnete.
Thema: L%26ouml en Niedrigl%26ouml;hne das Problem der Arbeitslosigkeit? Ka man von ihnen leben?
Organisiert hatte die Disku ion Stadtrat Torsten Bachma von der Link artei/PDS. Anla war der Einzug der Firma Konforma aus Niedersachsen in die R%26auml;ume der ehemaligen Baumwoll i erei in Mittweida. Konforma war das erste Unternehmen, das auf die umstrittene Anzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" reagiert hatte. Darin bewarb die Baumwoll i erei Gmbh, die Eigent%26uuml;mer der R%26auml;ume bleibt und Mieter sucht, die Region als Niedrigloh tandort. Eingeladen waren neben Becherer und dem Konforma-Chef hellmut Krapohl der Vorsitzende vom Gewerbering, J%26uuml;rgen Fischer, Bundestagsabgeordneter Michael Leutert (Link artei) und Ute Meischatz-Degen von der Arbeitsagentur.
Ob ihn ein schlechtes Gewi en dr%26uuml;ckt, Mitarbeitern einen Stundenlohn von 5 Euro zu zahlen, fragte Moderator Reinhard Oldeweme, Betrie ratschef der Chemnitzer Verlag und Druck Gmbh %26am Co. KG. "Die Frage ist deplatziert", antwortete Krapohl. %26quot ei u arbeiten ehemalige Langzeitarbeitslose und Frauen. Welche Chance haben sie de auf dem Arbeitsmarkt? Ihre Wahl liegt zwischen 0 und 5 Euro. U ere Mitarbeiter kommen mit Freude auf Arbeit."
Diese Freude, so rief auml;ter ein Gewerkschaftsmitglied aus dem Publikum, sei der Not geschuldet.
"Die Arbeitslosen sind doch froh, we sie wenigste raus kommen!"
Also be er niedrige L%26ouml;hne als gar keine? "Arbeit darf nicht arm mache quot;, sagte Becherer. Schlie zlig;lich fielen mit Niedrigl%26ouml;hnen auch die sozialen Sicherungen immer d%26uuml;rftiger aus. Ein Punkt, den auch Leutert aufnahm: "Die Frage nach dem Niedriglohn ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine strukturelle, weil immer weniger Geld in die Sozialka en kommt." Das Argument, niedrige L%26ouml;hne w%26uuml;rden zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen, l%26auml t Leutert nicht gelten:
"Da m%26uuml te bei u schon l%26auml gst der Aufschwung da sein, de wir haben im Osten seit der Wende niedrigere L%26ouml;hne als im Westen!" Beifall von den Zuh%26ouml;rern.
Was w%26uuml;rde er de von einem Betrie rat halten, fragte Oldeweme Firmenchef Krapohl. "Ich w%26uuml;rde die Mitarbeiter nicht lobend best%26auml;rken, aber die Sache ruhig auf mich zukommen la en. Es gibt auch Betrie r%26auml;te, die gut mit Firmenchefs zusammen arbeiten." "Da setzen Sie das in die Praxis um!
Stimmen Sie einem Betrie rat zu!" forderte Becherer energisch. Krapohl winkte ab: "Frau Becherer, was sie jetzt sagen, schafft keine Arbeit l%26auml;tze!" Und Oldeweme betonte: "Ich ke e auch gro zlig;e Mittweidaer Firmen, die keinen Betrie rat haben."
Gewerbering-Chef Fischer fragte in der Disku ion danach, welche Leute Mittweida de eigentlich voran bringen. "Was k%26ouml en wir tun, damit zum Bei iel Studenten als Unternehme gr%26uuml der hier bleiben?" Es m%26uuml ten i ovative Arbeit l%26auml;tze geschaffen werden, da w%26uuml;rde auch das Loh iveau steigen, so Fischer. Er verwies auf die Sogkraft qualifizierter Arbeitskr%26auml;fte. %26quot ie gehen hier einkaufen und sichern somit auch wieder Arbeit l%26auml;tze."
Das sieht auch Krapohl so. %26quot ringen sie Unternehmer in diese Region, pflegen sie ihr Pfl%26auml zchen: eine gute Mentalit%26auml;t, Effektivit%26auml;t, niedrige L%26ouml;hne. We viele Arbeitgeber kommen, werden gute Arbeitskr%26auml;fte kna . Das hebt das Loh iveau."
Das Schlu wort setzte Fischer: "Mittweida hat ein Potenzial wie keine andere Stadt im Umkreis. Wir m%26uuml en nur was draus machen."
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