Frage:
Ich w%26uuml che mir eine Zeit, in der ich nicht laufend offene Briefe als Verteidigung tatements schreiben mu . Eine Zeit in der die nur noch funktionierenden und nicht mehr lebendig seienden Beamten- und uuml;rokrate eelen nicht mehr ihre Krallen nach mir und anderen au trecken, um u den Garaus zu machen oder wenigste soweit zu disziplinieren, da wir ohne Murren und Knurren tun, was sie wollen.
Ich ha e Korrektheit %26aacute; la deutscher Gesetzlichkeit, wovon die Finanzamtshoheit nur ein Teilbereich ist. Sie ist wohl der Wichtigste. De verbrecherisch (l%26uuml;gen, betr%26uuml;gen, morden - nur nicht erwischen la en) darf ich sein, nur meine Formulare mu ich pa end ausf%26uuml;llen oder ausf%26uuml;llen la en.
Ich bin nicht verbrecherisch. Ich bin me chlich. Und deshalb ha e ich diese Art des aufgezwungenen schematischen unlebendigen uuml;rokratismus. Lebendigen uuml;rokratismus gibt es nicht. Das Gegenteil von uuml;rokratismus ist lebendige sel torganisierte Ordnung.
Ich sitze inmitten verschiedener Stapel von Ordnern, Formularhaufen, Lose-Blatt-haufen, Beh%26ouml;rde riefen, Quittungen, Mietvertr%26auml;gen und weiteren Papierm%26uuml;lls und bin verzweifelt. Das Finanzamt war letzte furchtbar nett zu mir, da es mir Aufschub trotz meiner Fehler gew%26auml;hrte. Sie schickten mir auch die richtigen Formulare, die ich bis dahin noch nicht ka te.
Ganz u edarft bin ich nicht in den Angelegenheiten, weil ich auf eigene Kosten (600 DM) mal so eine Qualifizierung zum Beratung tellenleiter eines Loh teuerhilfeverei a olvierte.
Das einzig Gute daran war die A chaffung eines Computers 1995, jedoch letztendlich f%26uuml;r ganz andere Zwecke als Steuern zu berechnen.
Ich bin freiberuflich als Autorin t%26auml;tig. Leider bringt mir diese T%26auml;tigkeit keine Erge i e von denen ich leben ka . Also "jo e" ich. Jeweilige honorare und Mehrwertsteuern rechnete ich ordentlich ab, jedoch nicht nach dem vorgegebenen Schema. Es reichen nicht Miete f%26uuml;r das Arbeitszimmer und anteilige heizkosten, nein die gesamte Wohnung, auml;mtliche Aufwendungen, Mieter und Inhalte sollen erfa t werden. Mehr noch auml;mtliche weitere Arbeit l%26auml;tze, zuz%26uuml;glich Quadratmeter, Zeiten, Eigentumsfragen, Abgaben, Ge uuml;hren und wahrscheinlich noch Nachweise. Der Vergleich zum hartz IV-Fragebogen ist gar nicht so abwegig.
Wo ist der Si ?
Seit der Wende habe ich jeweils alle Steuererkl%26auml;rungen sel t get%26auml;tigt. Nicht gerne, auch nicht ei ichtig, eher automatisch, nur funktionierend als "gute" Bunde uuml;rgerin.
Der Me ch darf niemals nur funktionieren. Das ist die erste Stufe zum Untergang. Funktionieren ent richt dem mechanischen Gehorsam ohne Nachzudenken, ohne F%26uuml;hlen, ohne Leiden und ohne Mitleiden. Funktionieren ist Entme chlichen. Es waren die Mechanismen zum Befehle ausf%26uuml;hren, zum Formulare ausf%26uuml;llen, zum Erheben eines Dokumentes %26uuml er ein me chliches Leben (x), die den Faschismus erm%26ouml;glichten. Nach dem 2. Weltkrieg wurden diese da zur Rechtfertigung von den meisten benutzt. Schuld hatte nur hitler, alle anderen machten doch nur, was befohlen war. Sie taten nur ihre Pflicht. Ist das nicht anerke e wert?
(x) Ein Auszug aus dem Buch von Padover, der als amerikanischer Offizier vor Kriegsende 1944/1945 die Deutschen befragte. "Der iegel" schrieb dazu auf dem Ei and: Die erste gro zlig;e Studie %26uuml er die Mentalit%26auml;t der Besiegten.
"Ich habe kein Volk gesehen, da so dokumentenfixiert war. Sie klammerten sich an Geburtsurkunden, Wehr auml e, Reisegenehmigungen, Entla ung apiere, Taufscheine, Ariernachweise, heiratsurkunden, Sozialversicherungsausweise, Gehalt escheinigungen, Arbeit escheinigungen, Impf auml e - an irgendwelche Papiere eben, die beweisen sollten, da zlig; sie am Leben waren und wohl auch das Recht hatten, am Leben zu sein. Sie trugen Briefe bei sich, Fotos und Familieneri erungen. Diese leide chaftlichen Sammler von Papieren, zumal von amtlich beglaubigten, mit Unterschrift und Stempel versehenen Papieren, boten einen am%26uuml anten A lick, bis einem klarwurde, da zlig; dies das Verhalten von Sklaven war, die uuml;rokraten a eteten. Im deutschen Polizeistaat waren Ausweise etwas heiliges, Papiere verhie zlig;en Sicherheit. Erst sehr viel auml;ter, als ich in Buchenwald in einer Ecke die Leiche erge und in einer anderen die sorgf%26auml;ltig aufbewahrten Papiere der Ermordeten sah, wurde mir eine Eigent%26uuml;mlichkeit der Deutschen bewu zlig;t: es machte ihnen nichts aus, Me chen zu verbre en, aber Dokumente wurden niemals verbra t.
Diese Erke tnis kam mir auml;ter, ganz allm%26auml;hlich, nachdem ich viele Ge r%26auml;che gef%26uuml;hrt, geduldig und einf%26uuml;hlsam meine Fragen gestellt hatte. Wir lernten, da zlig; direkte Fragen allzu glatte Antworten produzierten, und gaben diese Technik bald auf. Wir begriffen, da zlig; man nicht 'Waren Sie in der DAP?' fragen durfte. Die Antwort darauf hie zlig; unweigerlich: 'Ich mu zlig;te in die Partei eintreten, wie alle anderen Deutschen auch.' Statt de en fragten wir: 'Und wa mu zlig;ten Sie in die DAP eintreten?' Dies l%26ouml te eine Flut von Erkl%26auml;rungen aus."
Aus: Saul K. Padover "L%26uuml;gendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944/45", Econ Ullstein List Verlag Gmbh %26am Co. KG, M%26uuml chen, 1. Auflage 2001
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Die Zukunft ist weiblich (Margarete Mitscherlich)
www.sie-wollte-die-ddr-retten.de
Antwort :
die Seitenzahl S. 27
Und fand noch hervorhebe wertes (Eigentlich m%26uuml te jeder das Buch lesen):
"'1940 waren sie so begeistert', sagte er mit leiser Stimme. Die Wehrmacht schaffte Waggonladungen Beute aus allen Teilen Europas heran, den geraubten Besitz der Unterjochten und Ermordeten, und das deutsche Volk jubelte. Die ganze Nation beteiligte sich an der Pl%26uuml derei. Oh, wie sie hitler seinerzeit geliebt haben! Nun, da sich das Blatt gewendet hat und sie ein wenig leiden - freilich nicht a auml;hernd so viel wie u ere Opfer - sind sie auf einmal Nazigegner. Als hitler seine Siege feierte, habe ich nie geh%26ouml;rt, da zlig; irgendein Deutscher Anteil am Los der Unterdr%26uuml;ckten genommen h%26auml;tte....
'Die Deutschen sind hart geworden', fuhr Thal fort. 'hart und gef%26uuml;hllos. Die Verluste an der Front werden immer katastrophaler, aber niemand richt %26uuml er den Blutzoll. Von dreiundvierzig Jungen, mit denen ich beim Wandervogel war, sind vierundzwanzig auf den Schlachtfeldern gefallen. U ere Jugend wird geopfert, aber die Leute zu hause denken nur an sich, reden nur vom %26Uuml erleben. Sie st%26uuml;rzen sich i Verg uuml;gen, am%26uuml ieren sich, wollen das Leben bis zum letzten Zug genie zlig;en und verge en ihre soziale Verantwortung oder ihre Christe flicht. F%26uuml;r sein Ego wird der Deutsche alles opfern, seine Familie, seine Ehre, sein Vaterland.'" S. 54/55
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