%26Uuml;ber B%26uuml;cherschreiben, Altwerden und Weltverbessern

Frage: Es war eigentlich nicht mein Wu ch, ein Buch zu schreiben. Vor mehr als zwanzig Jahren war ich der Meinung soviel erlebt zu haben, da ich u edingt mehrere uuml;cher schreiben m%26uuml e. Da wurde nichts daraus, de ich hatte keine Zeit. Achtst%26uuml diger Arbeitstag, zwei kleine Kinder versorgen, auml;ter drei und einen gro zlig;en Garten und einen Ma . Zeitweilig hing da auch noch ein ganzes haus mit daran (es war von meinem Vater gebaut worden). Der Ehema , einmal aufgefordert, einen Beitrag zur h%26auml;uslichen Pflege zu leisten, wischte das haus vom Boden bis zum Keller, frustriert, abweisend, aber gr%26uuml dlich, in mehreren Stunden. Und das war's in zw%26ouml;lf Monaten. Aber er hatte die unwahrscheinliche Gabe, in mir den Glauben aufrecht zu erhalten, da ich seine K%26ouml igin sei.
auml;ter, in den darauffolgenden Jahren, erlebte ich mehr und mehr und Aufregenderes, da ich mich fragte, wor%26uuml er ich eigentlich in den Jahren zuvor schreiben wollte. Alles nur Bagatellen und es gab irre viele und sehr gute uuml;cher, die erst einmal gelesen werden mu ten.
Viele wurden gelesen und in verschiedenen fand ich eigene Erle i e und Erke tni e best%26auml;tigt, so da mir eine gr%26ouml zlig;ere Zufriedenheit widerfuhr, als m%26ouml;glicherweise im m%26uuml;hevollen Sel tschreiben. In der DDR hielt ich mich nie f%26uuml;r "Gut genug" oder zu etwas Besonderem berufen. Das kam erst mit der Vorwendezeit und der Wende. Zu erleben, wie wider alle Vernunft und alle Realit%26auml;t, die Me chen Ver rechungen und hohlen Phrasen hinterherra ten, war zwar entmutigend, jedoch wu te ich mich auf der Seite der anderen, der geleugneten Tatsachen und erfuhr einen Sel tbewu tsei chub. We da in der Folge versucht wurde, mir mein Sel tbewu tsein zu zerst%26ouml;ren, mir zum wiederholten Male Unf%26auml;higkeit nachzuweisen, so erreichte man meinen zeitweiligen R%26uuml;ckzug aus der gesellschaftlichen Bet%26auml;tigung, jedoch nicht meine Zerst%26ouml;rung. Ich war immer dankbar daf%26uuml;r zu leben und Erfahrungen sammeln zu k%26ouml en. Ohne gro zlig;e Erwartungen und Forderungen fiel es mir %26ouml;fter leicht, Gl%26uuml;ck zu empfinden als andere und %26uuml er Dinge oder Ereigni e, die anderen nicht mal einen Augenaufschlag wert waren.
In mir diskutierte st%26auml dig ein Teil der Per ouml lichkeit mit dem anderen, schreib! wor%26uuml er und wie? lieber nicht! nun doch! Im gro zlig;en Widerstandsjahr 2004, im Erleben der verneinten gesellschaftlichen und me chlichen Probleme seite der Politik entstand das Buch: Sie wollte die DDR retten. Aus der eigenen Familie h%26ouml;rte ich Stimmen, der Titel sei falsch, die DDR zu verha t und ver ouml t (ihr armen Irren, gerade deshalb wollte ich den Titel), und ich solle doch lieber den Titel nehmen: Sie wollte eine Welt retten. Der erschien mir v%26ouml;llig u a end, das wollte ich nicht, es ging mir um die DDR.
Neben allen von da an erlebten Widerw%26auml;rtigkeiten (auch dazu schrieb ich viel und ausf%26uuml;hrlich in verschiedenen Beitr%26auml;gen) ko te ich eine weitere St%26auml;rkung des Sel tbewu tsei erfahren. Ich hatte mir, die Titelstory schreibend, nichts ausgedacht, es waren reale Erle i e. Ko te man mich daf%26uuml;r bestrafen? War ich damit schuldig geworden? Nein. Die wichtigste Erke tis der letzten Zeit bewegt sich darin: Nicht ich bin falsch mit meiner Sicht und Ei tellung, meinen A r%26uuml;chen an Lebe freude, Engagement, Anerke ung und die %26uuml rige Welt ist in Ordnung. Umgekehrt wir leben in der falschen Welt. In einer verlogenen Gesellschaft, in einem betr%26uuml;gerischen und m%26ouml;rderischen System. Wer das jetzt nach einigen Jahren direkter und zunehmender Me chenfeindlichkeit nicht erka t hat, ... ja was ist mit dem? Und was ist mit denen, die mich f%26uuml;r meine Beitr%26auml;ge ein cholerisches, griesgr%26auml;miges Endmo ter ne en? K%26ouml ten wir u nicht be er verst%26auml digen?
F%26uuml;r Me chen, die das Leben lieben und die Me chen, ka es nur darum gehen, anderen Mut zu machen, zu helfen, das Dasein richtig zu bewerten und das Leben als Aufgabe, als Kampf f%26uuml;r das Gute und als einmaliges Geschenk und Gl%26uuml;ck zu empfinden. Auch we es immer wieder Momente oder l%26auml geranhaltende Zeiten gibt, die u zu Boden schmettern und manchen nicht mehr aufstehen la en oder sich verkriechen la en, daf%26uuml;r leben wir nicht. Wir leben f%26uuml;r die Bejahung des Lebe , f%26uuml;r Frieden, harmonie und Anerke ung.
Die Geschichte der Me chheit betrachtet, ergibt sich f%26uuml;r mich die Erke tnis, da dieses Streben von A egi der me chlichen Existenz an auftritt. Wir k%26ouml en diese Erke tnis bei jedem kleinen auml;ugling auf's Neue erfahren. Jeder Nazi, jeder M%26ouml;rder, jeder egoistische Geldsack war irgendwa ein kleines u chuldiges nat%26uuml;rliches Wesen. Falsche Erziehung, falsche Bildung, verkalkte und eingerostete gesellschaftliche Verh%26auml;ltni e (dazu geh%26ouml;rt auch die Familie - so wie wir sie ke en), u i ige Zw%26auml ge, Unfreiheiten und Drill, Drangsale und Mi handlungen sind daf%26uuml;r verantwortlich, aus der u chuldigen Natur, rei zlig;ende und bei zlig;ende Bestien zu machen oder die nat%26uuml;rlich gegebene Me chenliebe zu vergraben f%26uuml;r lange oder f%26uuml;r immer. Das jedoch ist nicht des Me chen Bestimmung.
Also, ich f%26uuml;hle mich denen zugeh%26ouml;rig, die Mut machen wollen und sel t k%26auml;mpfen. Im Unterschied zu manchen, die resignieren und sagen: Wir k%26ouml en eh nichts tun.
Obwohl ich denke, jeder Me ch sollte nur ein Buch schreiben, ka ich mir vorstellen, noch eines zu schreiben: Inhalt: Die Liebe im Alter, das Lebe werte im Alter, so in dem Rahmen. Was mit den Me chen gemacht wird, we sie schei ar nicht mehr i Bild pa en, das ist ein Verbrechen gegen die Me chlichkeit. Gibt es da nicht jede Menge auch internationale Konventionen? Ja und we ? Den Feinden des Lebe waren die noch nie etwas wert.
Auch we ich wieder als Don Quijote bezeichnet werde, auch we es hundert Jahre dauert, bis die Welt wirklich be er ist. Der Weg ist das Ziel. Als friedlicher, harmoniewollender Me ch mu ich de och st%26auml dig k%26auml;mpfen, nicht mit harten Waffen, nein mit Worten und mit Liebe und %26Uuml erzeugung.
Und letztendlich: Es sind die Don Quijotes, die die Welt zum Be eren ver%26auml dern und nicht die Superm%26auml er oder Mickym%26auml;use.
__________________
fbk
Die Zukunft ist weiblich (Margarete Mitscherlich)
www.sie-wollte-die-ddr-retten.de

Antwort :

Was ist gegen die Welt von Mickey Maus und Co. einzuwenden?
Beide Figuren sind helden die gegen vermeintliche
Windm%26uuml;hlen zu k%26auml;mpfen haben.

Sch%26ouml e Gr%26uuml zlig;e aus Entenhausen uwenutz hat dieses Bild angeh%26auml gt:

Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von uwenutz am 30.09.2006 < an cla ="time">23:43.
Antwort :

@ uwenutz

Du hast das richtig bezeichnet.
Ich war mir im Zusammenhang mit der Mickymaus auch u icher.
Irgendwie wollte ich ausdr%26uuml;cken, da dieses sorglose vor sich hinleben, das abendliche Schauen in den Fer eher, die Kinder in den Kinderkanal, die Erwachsenen in die vom Leben abhaltenden Werbefilme mit verschiedenen Einlagen (Film, Doku, Reality) usw. - da dieses st%26auml dige Wiederholen des Alten, auch des me chlich Schlechten und Ungesunden, dieses daran Festklammern, einem Mickymausleben ent richt.

Dieses Festklammern - nichts anderes ist das Leben heute in dieser Welt f%26uuml;r die meisten Me chen (und viele Millionen eventuell Milliarden haben keinen gr%26ouml zlig;eren Wu ch, als den, auch so leben zu d%26uuml;rfen). Ich empfinde das als kaputt. So zu leben macht die Welt kaputt. So zu leben erlaubt den Schmarotzern und ouml ewichtern immer obenauf zu sein. Dagegen habe ich nicht nur etwas sondern alles.
__________________
fbk
Die Zukunft ist weiblich (Margarete Mitscherlich)
www.sie-wollte-die-ddr-retten.de

Antwort :

Zitat: Irgendwie wollte ich ausdr%26uuml;cken, da dieses sorglose vor sich hinleben, das abendliche Schauen in den Fer eher, die Kinder in den Kinderkanal, die Erwachsenen in die vom Leben abhaltenden Werbefilme mit verschiedenen Einlagen (Film, Doku, Reality) usw. - da dieses st%26auml dige Wiederholen des Alten, auch des me chlich Schlechten und Ungesunden, dieses daran Festklammern, einem Mickymausleben ent richt.
Copyright © 2007 - 2008 www.quizcollection.com