Frage:
taz: herr Werner, Deutschland hat gerade voller %26Uuml erraschung festgestellt, da an seinem sozialen Rand eine v%26ouml;llig neue ezies lebt: die Unterschicht, angeblich alle faul und asozial. We man denen nicht hartz IV k%26uuml;rzt, kriegen die ihren Arsch nie mehr hoch, glauben viele. Richtig oder falsch?
G%26ouml;tz Werner: Falsch. Aber der Me ch denkt eben schlecht vom Me chen - nicht von sich sel t nat%26uuml;rlich, sondern immer vom jeweils anderen. Wer sich jedoch %26uuml er den anderen erhebt, der handelt im Prinzip unme chlich. Von der Unterschicht ist man schnell beim Unterme chen.
Wer ist schuld an diesem Skandal der neuen Armut? Die Betroffenen sel t? Der Sozialstaat? hartz IV?
Sagen wir mal so: Wir haben eher ein Oberschichte roblem als ein Unterschichte roblem in Deutschland. Die Oberschicht ist nicht in der Lage, gesamtgesellschaftlich zu denken. Sie setzt ihre intellektuellen F%26auml;higkeiten und finanziellen M%26ouml;glichkeiten nicht so ein, da sie dem Ganzen gerecht wird.
Union und D fordern, alle Arbeitsunwilligen h%26auml;rter zu bestrafen.
We ich dem anderen Me chen keinen Freiraum gebe, we ich ihn drangsalieren und kujonieren will, da werde ich ihm nicht gerecht. Das war doch eines der Ziele der Franz%26ouml ischen Revolution: Gleichheit! Das hei zlig;t: einander auf Augenh%26ouml;he zu begegnen. Dem anderen die gleichen St%26auml;rken und Schw%26auml;chen zuzubilligen wie mir sel t.
Viele Arbeitslose, so wird argumentiert, fordern f%26uuml;r sich und ihre Kinder hartz IV wie Geh%26auml;lter.
Wir leben doch mittlerweile in einer Gesellschaft der totalen Fremdversorgung. Der moderne Me ch stellt nichts mehr sel t her, sondern kauft alles ein. Wer an dieser Gesellschaft teilnehmen will, ist darauf angewiesen, ein Einkommen zu beziehen. Jeder von u braucht ein solches St%26uuml;ck Teilhabe. Das ka sehr bescheiden sein - aber ohne das geht nichts. Ich ne e das das sozioosmotische Prinzip: We Sie das Wa er nicht mit ein bi chen Zuckerl%26ouml ung anreichern, da k%26ouml en Sie nicht den Zucker aus der Zuckerr%26uuml e holen.
Teilhabe als Me chenrecht?
Sie ist Vorau etzung f%26uuml;r me chenw%26uuml;rdiges Leben. Artikel 1 des Grundgesetzes lautet: Die W%26uuml;rde des Me chen ist unantastbar. Sie zu sch%26uuml;tzen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
D-Fraktio chef Peter Struck sagt, das Me che ild, das Rot-Gr%26uuml hatte, als es hartz IV einf%26uuml;hrte, sei "vielleicht zu positiv" gewesen.
Struck ist entweder zynisch, oder er macht sich %26uuml er die Arbeitslosen lustig.
Unio fraktio chef Volker Kauder behauptet, die Regierung m%26uuml e mehr von den Leuten verlangen. Von ihm zum Bei iel k%26ouml e man, we er arbeitslos sei, erwarten, da er abends in der Kneipe bediene.
Ja, ja, der Me ch mu parieren, er hat das zu machen, was die Obrigkeit, was der Angestellte der Arbeitsagentur von ihm verlangt. Mein Gott, was Politiker so reden! Das klingt nicht nach Demokratie, sondern nach Aristokratie. We ich Politiker w%26auml;re, w%26uuml;rde ich sagen: Sorry, hartz IV habe ich mir ganz anders vorgestellt. Die Reform war ein Fehler. Volle Kraft zur%26uuml;ck. hartz IV l%26ouml t doch nur me chliches Leid aus.
"hartz IV ist offener Strafvollzug", haben Sie einmal gesagt. "Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. hartz IV qu%26auml;lt die Me chen, zerst%26ouml;rt ihre Kreativit%26auml;t."
Das gilt immer noch. Ist es das, was wir u unter einer freiheitlichen Gesellschaft vorgestellt haben: da die Beh%26ouml;rden hinterhersch uuml;ffeln, wie die Arbeitslosen leben? hartz IV verst%26ouml zlig;t gegen einen elementaren Grundsatz: Was du nicht willst, das man dir antut, das f%26uuml;g auch keinem andern zu. Mit hartz IV werden die Me chen sozial ausgegrenzt. Es geh%26ouml;rt abgeschafft.
Sozial ist, was Arbeit schafft, sagen die Politiker. Egal, wie die Arbeit bezahlt wird. Egal, ob die Arbeit zum Arbeitslosen pa t. Ganz egal, ob %26uuml erhaupt genug Arbeit da ist.
Die Politiker glauben immer noch an den Mythos der Vollbesch%26auml;ftigung. Sie sind ganz benebelt davon. Aber Vollbesch%26auml;ftigung ist eine L%26uuml;ge.
h%26auml gt nicht trotzdem einfach alles an der Erwer arbeit: Wohlstand, Identit%26auml;t, Sel tachtung, Zugeh%26ouml;rigkeitsgef%26uuml;hl?Nein! Dieses manische Schauen auf Arbeit macht u krank.
Werden wir nicht krank, we u die Arbeit entzogen wird? Wider ruch! Wir haben kein Problem mit der Arbeitslosigkeit.
Bitte?Wir haben ein kulturelles Problem. Zum ersten Mal nach %26uuml er 5.000 Jahren Me chheitsgeschichte leben wir im %26Uuml erflu . Aber wir kommen mit dieser neuen Wirklichkeit nicht klar. Wir schaffen es nicht, da alle Me chen davon profitieren und daran teilhaben.
Das erz%26auml;hlen Sie mal einem Arbeitslosen, der sich nichts sehnlicher w%26uuml cht als einen ordentlichen Job.
Die Arbeitslosen haben wir nur, weil wir den Begriff der Arbeitslosigkeit verwenden. Die meisten so gena ten Arbeitslosen haben ja Arbeit, sie liegen nicht den ganzen Tag auf der Couch und gucken Pro 7. Sie sind besch%26auml;ftigt, in der Familie, in der sozialen Arbeit, im ortverein. Sie tun wertvolle Dinge. We sich jemand um seine Kinder k%26uuml;mmert, da ist er f%26uuml;r die Gesellschaft doch viel wertvoller, als we er in einer Fabrik Deckel auf die Flaschen dreht.
Reden Sie jetzt nicht %26uuml er die K%26ouml fe der Me chen hinweg, die darunter leiden, da Sie ihre Arbeit verlieren und damit auch ihren i eren halt?
Diese Me chen leiden darunter, da sie nicht re ektiert und anerka t werden. Da sie von der Gesellschaft stigmatisiert werden, weil sie angeblich nutzlos sind. Als Arbeit gilt nur das, was Werte schafft. We eine Frau ihre drei Kinder gro zlig;zieht, da wird sie gefragt: Arbeitest du oder bist du zu hause?
Arbeitsminister Franz M%26uuml tefering zitiert gern die Bibel und August Bebel: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht e en.M%26uuml tefering ist ein paar hundert Jahre zur%26uuml;ckgeblieben. Er lebt noch in der Sel tversorgungsgesellschaft, als alle gegen den Mangel gewirtschaftet haben. Damals galt: Wer seinen Acker nicht bebaute und sein Feld nicht bestellte, der war sel t daran schuld, we er nichts zu e en hatte. Jetzt leben wir in der Fremdversorgungsgesellschaft. Ich ka gar nicht f%26uuml;r mich allein arbeiten. Immer we ich arbeite, arbeite ich f%26uuml;r jemand anderen. Ich brauche also ein Einkommen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu k%26ouml en.
Und jetzt kommen Sie und sagen: Es ist gut, we die Me chen nicht arbeiten m%26uuml en?Ich sage: Wir brauchen kein Recht auf Arbeit, jedenfalls nicht auf weisungsgebundene, sozialversicherung flichtige Erwer arbeit. Das ist nicht mehr zeitgem%26auml zlig;. Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Auf ein bedingungsloses Grundeinkommen.
das ganze interview ist hier nachzulesen
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das system macht keine fehler, es ist der fehler
Antwort :
Zitat:
Struck ist entweder zynisch, oder er macht sich %26uuml er die Arbeitslosen lustig.
"Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Auf ein bedingungsloses Grundeinkommen."
So ein Rattenf%26auml ger regiert sogar ein Bundesland und will damit noch h%26ouml;her steigen !
Antwort :
Zitat:
Original von Paul Br%26ouml;mmel
"Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Auf ein bedingungsloses Grundeinkommen."
So ein Rattenf%26auml ger regiert sogar ein Bundesland und will damit noch h%26ouml;her steigen !
Wer war Je en ???
Antwort :
Zitat:
Original von Paul Br%26ouml;mmel
Wer war Je en ???
Prost ,Je en-ex,
ich hatte nur ne klar formulierte Frage gestellt.
Antwort :
Zitat:
Original von Paul Br%26ouml;mmel
Prost ,Je en-ex,
ich hatte nur ne klar formulierte Frage gestellt.
Aber we ich Dir ganz untert%26auml igst Fragen stelle,antwortest Du doch,Durchlaucht ???
Antwort :
*rumzick*
mal sehen.
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Das war kein Sozialismus, das war ie zlig;erkram.
knarf rell%26ouml;m