Frage:
In meinem Beka tekreis werden immerwieder Leute vom Arbeitsamt in v%26ouml;llig u uuml;tze Ma zlig ahmen geschickt. KIBA, Grohneschule oder die Einrichtungen am Seefischmarkt. Das ist alles der hohn, denen wird gesagt sie liegen dem Steuerzahler auf der Tasche, dabei sind diese Einrichtungen ein riesiges schwarzes Loch in das st%26auml dig Geld geschaufelt wird (das man bei Arbeitslosen und Sozialhilfeempf%26auml gern k%26uuml;rzt).
Ich ka mich aufregen wie alle sich diesen U i gefallen la en. Einige reden sich das auch noch sch%26ouml ("da ka ich was am Computer lerne quot;)
und die Mutigsten la en sich krankschreiben.
Antwort :
Da haben Sie Recht
Ich selber bin auch in schlechter finanzieller Lage, aber das Dinge wie die Kiba und Ko orten irgendwas ver%26auml dern ist ein Irrtum. Man brauch sich nur deren Arbeitsangebote a ehen (geht auch im Internet). Erste sind die angebotenen Arbeiten %26uuml erhaupt nicht das, was der Arbeitsmarkt verlangt oder sucht, geschweige de braucht. Zweite bietet die Kiba seit Jahren den gleichen Mist an. Komisch, das bei denen die Wirtschaft keine Entwicklung durchschreitet, aber allen Orten gesagt wird, ein und der selbe Job lebe lang ist nicht mehr, sondern ein Arbeiter durchl%26auml;uft mehrere Berufswege.
Antwort :
Zwangsarbeit f%26uuml;r Arbeitslose gibt es nicht nur in %26uuml erbetrieblichen Ma zlig ahmen. Arbeitskraft zum Dumpinglohn versucht die Bundesregierung auf breiter Front durchzusetzen:
aus: zeit.de
Zitat:
arbeit
Arbeit f%26uuml;r 4,90 Euro
Erwer lose sollen Billigjo a ehmen, fordert der Kanzler. Wie sehen diese Jo aus, und wie ka man davon leben?
Von Christian Te rock
Bis zu zw%26ouml;lf Stunden steht Susa e Schwab* auf den Beinen, schaut, pr%26uuml;ft, kontrolliert. Zw%26ouml;lf Stunden t%26auml;glich, von morge sechs bis abends sechs, sechs Tage in der Woche, da hat sie drei Tage frei. Schwab steht an einem Eingang des Berliner Reichstags an der R%26ouml tgen-Schleuse, dort, wo die Touristen und Bundestags-Besucher hereinkommen. Manchmal auch die Politiker. Friedrich Merz von der CDU hat sie schon mal gesehen, auch Guido Westerwelle von der FDP.
F%26uuml;r jede Stunde Arbeit bekommt Susa e Schwab vier Euro neunzig Cent. Etwa 240 Stunden kommen im Monat zusammen, das macht da rund 1175 Euro brutto. Netto bleiben ihr weniger als 1000. Daf%26uuml;r steht sie morge um halb f%26uuml f auf und nimmt um f%26uuml f den Bus und die S-Bahn, um von ihrer Wohnung weit drau zlig;en im Berliner Osten rechtzeitig zum Reichstag zu kommen. Abends die gleiche Tour zur%26uuml;ck. Zwei der f%26uuml f Kinder leben noch zu hause.
Sie komme hin, sagt Schwab, gerade so eben, und nur, weil der Lebe gef%26auml;hrte Arbeitslosengeld beziehe. Fleisch gibt es einmal die Woche, das Bierchen mit den Kollegen einmal im Monat, neue Kleidung einmal im Jahr, und den Besuch im Kino oder im Restaurant nie. Im Urlaub war die 46-J%26auml;hrige zuletzt 1988. Zwei Wochen an der Ostsee.
Susa e Schwab ist das, was in Deutschland Billigl%26ouml;hner hei zlig;t. Einer jener Me chen, von denen es nach Meinung vieler Politiker und %26Ouml;konomen mehr geben sollte. Um die Arbeitslosigkeit zu bek%26auml;mpfen, fordern sie, m%26uuml e der Niedrigloh ektor in Deutschland ausgeweitet werden. Es m%26uuml ten mehr Jo her mit einem Verdie t, der irgendwo zwischen der Sozialhilfe und dem niedrigsten Tariflohn liegt. Und um die Me chen zu bewegen, solche Jo anzunehmen, m%26uuml ten sie dazu gezwungen werden - durch weniger Arbeitslosengeld und weniger Arbeitslosenhilfe. So will es auch der Kanzler mit seiner Agenda 2010.
Blut enden frischen die haushaltska e auf
Dabei gibt es in Deutschland schon jetzt Millionen Besch%26auml;ftigte wie Susa e Schwab. Doris Malert zum Bei iel: In einem Kaufhaus-Restaurant in Kiel uuml;lt sie und putzt die Tische ab. 836 Euro bleiben ihr am Monatsende, 400 nach Abzug von Miete, Telefon und Versicherungen. Oder A elie Kaslak, die f%26uuml;r 5 Euro in der Stunde Blumen in einem Gesch%26auml;ft in der auml;he von Zwickau verkauft; ohne den Verdie t ihres Freundes, der Rasen m%26auml;ht und hauswartsarbeiten erledigt, k%26ouml te sie nicht %26uuml erleben. Oder Michael M%26ouml;ller, 48, ausgebildeter Elektriker, ein schmaler Ma mit kr%26auml;ftigen h%26auml den: 6,90 Euro verdiente M%26ouml;ller als Zeitarbeiter in Plauen, bevor er vor wenigen Wochen auch diese Arbeit verlor.
In Amerika w%26uuml;rde man Schwab, Kaslak, Malert oder M%26ouml;ller arbeitende Arme ne en - Besch%26auml;ftigte, die am Monatsende so wenig Geld nach hause bringen, da sie unter die Armutsgrenze fallen. Die liegt in Deutschland bei etwas mehr als 1200 Euro brutto, der h%26auml;lfte eines deutschen Durchschnittseinkomme . Nimmt man diese Grenze als Ma zlig tab, da arbeiten allein im Westen der Republik 12 Prozent aller Vollzeit-Besch%26auml;ftigten zum Armutslohn, sagt Claus Sch%26auml;fer vom gewerkschaft ahen Forschungsi titut WSI in D%26uuml eldorf. Das w%26auml;ren 2,2 Millionen Me chen nur in den alten Bundesl%26auml dern. Im Osten ist der Anteil der Billigl%26ouml;hner weitaus h%26ouml;her.
Im Vogtlandkreis bei Zwickau bei ielsweise verdienten im Jahr 2001 - neuere Statistiken gibt es nicht - 56 Prozent aller Besch%26auml;ftigten weniger als 910 Euro netto im Monat. %26quot Uuml er Niedrigl%26ouml;hne mu man mir nichts mehr erz%26auml;hle quot;, sagt Sabine Zimmerma , DGB-Chefin in Zwickau. Der Floristin A elie Kaslak auch nicht. 27 Euro bleiben ihr von ihrem Monatslohn, nachdem sie die Miete, die Versicherungen und die Kosten f%26uuml;r das Auto bezahlt hat, das sie braucht, um zum Job zu kommen. Zw%26ouml;lfmal hat sie in den letzten Monaten Blut ge endet, pro ende gibt es 15 Euro extra. Der gr%26ouml zlig;te Luxus im letzten Jahr? Eine neue Brille. Markenjea ? Niemals. Ein anderer, be er bezahlter Job? Wo de ?
(...)
Michael M%26ouml;ller sagt, es sei ein Gl%26uuml;ck, da er sich noch zu DDR-Zeiten ein kleines h%26auml;uschen gebaut habe, neun mal neun Meter Grundfl%26auml;che. Das kostet nur die 100 Euro Kreditrate pro Monat, ouml;tige Renovierungen mache er eben nach und nach. Als der ehemalige Elektriker noch als Zeitarbeiter unterwegs war, brachte er immerhin zwischen 800 und 1200 Euro im Monat nach hause. Das habe gereicht, zusammen mit dem Arbeitslosengeld der Frau. Vier-, f%26uuml fmal im Jahr seien sie sogar e en gegangen.
Jetzt hat M%26ouml;ller keine Arbeit mehr. Die Frau bezieht nur noch Arbeitslosenhilfe, 3,90 Euro am Tag. Auch die Tochter lebt wieder zu hause, nachdem ihre Stelle in einem Restaurant gestrichen wurde. Vor ein paar Tagen war M%26ouml;ller zum ersten Mal in seinem Leben auf dem Sozialamt, um Wohngeld zu beantragen. Befragt, was w%26auml;re, we er einen Job f%26uuml;r 5 Euro a ehmen m%26uuml te, nachdem in elf Monaten das Arbeitslosengeld ausl%26auml;uft und die Arbeitslosenhilfe zum Leben nicht reicht, schaut der 48-J%26auml;hrige nach unten, knetet die h%26auml de. "Ich bin doch Familienvater, ich mu f%26uuml;r meine Familie sorge quot;, sagt er. Aber we er mit 5 Euro brutto heimkomme, da sei das unw%26uuml;rdig. "Da bin ich kein Versorger mehr."
KIBA macht sich fit f%26uuml;r den Markt - St%26auml;dtischer Zuschu edarf soll sinken
Eine Umstrukturierung soll die Kieler Besch%26auml;ftigungs- und Au ildungsgesellschaft (KIBA) fit f%26uuml;r den Markt machen und im Jahr 2004 helfen, die Kosten von 15,2 auf 10,4 Millionen Euro zu dr%26uuml;cken %26am #8211; zu 80 Prozent st%26auml;dtische Zusch%26uuml e. Die Botschaft von Unternehme eratern, Stadtverwaltung und Mitarbeitern lautet: Die KIBA, die bego en hat, das Sanierungskonzept umzusetzen, ist auf einem guten Weg. Immer wieder war die KIBA in den vergangenen Jahren in die Negativ-Schlagzeilen geraten. So erka te das Finanzamt dem 1992 gegr%26uuml deten Unternehmen, das Sozialhilfeempf%26auml ger f%26uuml;r den Arbeitsmarkt qualifizieren soll, vor zwei Jahren die Gemei uuml;tzigkeit ab.
Es erhob f%26uuml;r die Jahre 1997 bis 2001 eine Nachzahlung von 1,35 Millionen Euro. Danach verstummten im Rat die Zweifel an der Effektivit%26auml;t der Arbeit nicht mehr. Deshalb segneten die Ratsfraktionen im Juni die Vorlage des Sozialdezernates, die KIBA neu zu organisieren, ab.
Der Umbau hat es in sich: Er bricht das Monopol des Unternehme , an dem neben der Stadt zu 20 Prozent die Deutsche Angestellten Akademie, das DGB-Beruf ildungswerk und die Unternehmerservice Kiel Gmbh beteiligt sind, und l%26auml t mehr Wettbewerb zu. So werden k%26uuml ftig Auftr%26auml;ge ausgeschrieben statt wie bisher automatisch von der Stadt an die KIBA weitergeleitet. Die Reformen la en nur noch Einzelfall-Abrechnungen f%26uuml;r die Ma zlig ahmen zu und richten deren Finanzierung auch nach dem Erfolg aus. Die Stadt zahlt keinen Festbetrag mehr, erkl%26auml;rte Stadtrat Adolf-Martin M%26ouml;ller: "Wir wollen eine st%26auml;rkere auml;he zum ersten Arbeitsmarkt".
Die immer wieder laut gewordene Kritik, wonach die etwa 500 Teilnehmer pro Jahr zum Teil am Markt vorbei qualifiziert wurden, will Anette Langner, A istentin der KIBA-Gesch%26auml;ftsleitung, so nicht stehen la en. Die Teilnehmer h%26auml;tten im Schnitt fast vier Jahre Sozialhilfe bezogen, bevor sie zur KIBA k%26auml;men. Es sei auch ohne Flaute schwierig, sie auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das Angebot werde k%26uuml ftig noch st%26auml;rker auf nachgefragte Berufsfelder bezogen, meist helfert%26auml;tigkeiten. Die ersten Schritte, der KIBA eine leistungsf%26auml;higere Struktur zu verleihen, haben offe ar schon Erfolg gezeigt: W%26auml;hrend es im vergangenen Jahr gelang, i gesamt 110 Me chen in Jo zu vermitteln, sind es in diesem Jahr bereits 166.
Die Stamm-Mitarbeiter, betont die A istentin, h%26auml;tten das Konzept wesentlich mitbestimmt. "Deshalb stehen wir den Ver%26auml derungen sehr positiv gege uuml er". Die sollen helfen, das Programm auf einzelne Gru en be er abzustimmen und durch h%26ouml;chste sechsmonatige Ma zlig ahmen schneller zum Ziel zu kommen.
Wie die Lage au auml;he, we alles so geblieben w%26auml;re wie bisher, f%26uuml;hrte Unternehme erater Nico von Bose dem Sozialau chu drastisch vor Augen. Allein bei den Teilnehmerentgelten w%26uuml;rden im auml;chsten Jahr ohne Gegenma zlig ahmen 6,6 Millionen Euro anfallen. Verzichtet man aber auf den (freiwillig gezahlten) Tarif und zahlt zur Sozialhilfe nur noch eine Aufwandsentsch%26auml;digung, da la en sich die Kosten mehr als halbieren. Weiterschl%26auml;gt der Berater vor, sowohl das M%26ouml ellager am Seefischmarkt als auch das Kaufhaus aufzugeben. Eine si volle Anregung, findet auch Anette Langner: "De solche Angebote z%26auml;hlen nicht zu u erer eigentlichen Aufgabe".
Auch beim Personal wird ge art, jedoch nur durch Auslaufen von Fristvertr%26auml;gen: Von jetzt 124 Mitarbeitern werden im auml;chsten Jahr vermutlich nur noch 100 t%26auml;tig sein. Trotzdem: Von Bose h%26auml;lt es f%26uuml;r notwendig, da die Stadt die KIBA zumindest noch im auml;chsten Jahr mit ge uuml;gend Auftr%26auml;gen versorgt, um ihr beim Start auf dem hei zlig;umk%26auml;mpften Markt zu helfen. Die Stadt sel t mu das gr%26ouml zlig;te Intere e daran haben, da das Unternehmen l%26auml;uft. De als hauptgesellschafterin tr%26auml;gt sie nach dem alten Gesellschaftervertrag die Verluste noch allein. Von Martina Drexler
nordClick/kn vom 04.10.2003
hier nun die intere antesten Zeilen aus dem Text:
Zitat:
an dem...das DGB-Beruf ildungswerk... beteiligt ist...
Verzichtet man aber auf den (freiwillig gezahlten) Tarif und zahlt zur Sozialhilfe nur noch eine Aufwandsentsch%26auml;digung, da la en sich die Kosten mehr als halbieren.
Die Stamm-Mitarbeiter, betont die A istentin, h%26auml;tten das Konzept wesentlich mitbestimmt. "Deshalb stehen wir den Ver%26auml derungen sehr positiv gege uuml er".
Es wurde hier ganz verge en, da zlig; nicht nur das Arbeitsamt Leute in Zwangsma zlig ahmen steckt sondern auch das Sozialamt oft nur die Wahl l%26auml zlig;t: Sklavenarbeit oder erre.
Es gibt aber auch eine Geschichte des Widerstands gegen diese Zwangsarbeit:
Geschichte staatlicher Sklavenarbeit, aber auch des Widerstandes dagegen
Ein Fundst%26uuml;ck (aus dem Jahre 1999!) im Rahmen der Recherchen zu Maatwerk f%26uuml;hrte u zu der - oft verge enen oder geleugneten - langen Geschichte staatlicher Sklavenarbeit, aber auch des Widerstandes dagegen:
".. Mitte der 70er Jahre hat das K%26ouml;lner Sozialamt ma enhaft Sozialhilfeempf%26auml gerI en zum Laubfegen geschickt, f%26uuml;r 1,50 DM/Stunde. Auf den Friedh%26ouml;fen traf sich eine bunte Mischung von Me chen, die aus sehr verschiedenen Situationen kamen. hilfsarbeiter fegten neben Lehrern mit Berufsverbot, und alle hatten dieselbe Wut auf diese Arbeit. Sie gr%26uuml deten die 'Intere engemei chaft der Pflichtarbeiter e.V.', st%26ouml;rten die Arbeit, protestierten und demo trierten - und hatten Erfolg. An die 200 PflichtarbeiterI en wurden 1976 von der Fegerei befreit. (%26am #8230
Die Initiative organisierte auch Protestaktionen auf Arbeit tellen. Eine Demo tration auf dem beka testen K%26ouml;lner Friedhof fand in der Lokalpre e gro zlig;es Echo. Viele Sozialhilfeempf%26auml gerI en wehrten sich auch einzeln: mit krankfeiern, zu auml;tkommen, oder schlecht arbeiten, bis hin zur Sabotage..."
Weitere Infos:
http://www.wildcat-www.de/zirkular/46/z46zwang.htm
__________________
Arbeit cheu und chronisch schlecht gelaunt!